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60 Jahre Heinz-Hilpert-Theater

10. Oktober 2018

Blick auf das Theater, das 1958 nach Plänen von Architekt Gerhard Graubner gebaut wurde. Der Regisseur und Namensgeber Heinz Hilpert hielt damals die Eröffnungsrede. (Fotos: Björn Schreiter/Simone Melenk)
Mehr als 40 Interessierte wollten beim Denkmalspaziergang des BDA mehr über das schöne Lüner Theater wissen. Auch ein Blick hinter die Kulissen gehörte zum Info-Programm.

„Wer ist das Theater?“

Der Theaterförderverein in Lünen veröffentlicht ein beachtliches Buch zum 60. Geburtstag des Heinz-Hilpert-Theaters.

„Eine Bühne mit Eigensinn“, das ist kein Geschichtsbuch und kein Architekturbuch; es ist keines mit Anekdoten und auch kein Bilderbuch. Es ist von all dem etwas.

„Ich habe mich immer gewundert, warum im Team so viel von der Architektur gesprochen wurde,“ erläuterte Schauspieler und Fördervereinsvorsitzender Jürgen Larys die Entstehungsgeschichte, „Wir Schauspieler wissen doch ´Wir sind das Theater`“.

Das Buch zum 60. Geburtstag des Heinz-Hilpert-Theaters in Lünen, das soeben erschienen ist, benennt diese unterschiedlichen Sichtweisen und gibt allen drei Beteiligten eine Bühne: der Architektur, den Künstlern und dem Publikum.

In monatelanger Recherchearbeit sichteten die Macher Spielpläne, Zeitungsartikel, Bauzeichnungen und Schriftverkehr aus der bewegten Geschichte des Theaters, an dem auch Größen wie Heinz Rühmann, Klaus-Maria Brandauer und Liselotte Pulver gastierten. Eine Reihe von Autoren beleuchtete die vielen Teilaspekte bis hin zur Tapete auf dem Damen-WC.

Die Arbeit machte sich das Team um Barbara Höpping, Jutta Wieloch, Peter Freudenthal und Dirk Husemann im Ehrenamt.  „Das schwierigste war, Dinge wegzulassen,“ erinnerte sich Husemann an die Arbeit, „wir hatten das Buch auch vollständig mit Bildern füllen können.“

Das Buch-Team: (v.l.) Dirk Husemann, Barbara Höpping, Jutta Wieloch und Peter Freudenthal. Im Hintergrund: Orpheus, Statue von Gerhard Marcks. Viel Kunst im Theater, auch Bildende Kunst, das war ein Wunsch von Graubner.

Ein Werk mit 300 Seiten ist entstanden, das den Leser gespickt mit vielen faszinierenden Fotos durch die Zeit und auch hinter die Kulissen des Hauses führt.

Kulturdezernet Host Müller-Baß nutzte die Präsentation dann auch, sich im Namen der Stadt Lünen für das bürgerschaftliche Engagement und das Geschenk zu bedanken, das der Förderverein Theater Lünen e.V. der Stadt Lünen mit dem Buch macht. Dieses reiht sich ein in bereits vorhandene Bücher über die ebenfalls in den 1950er-Jahren entstandene Scharoun-Schule und das Rathaus.

Der BDA Dortmund-Hamm-Unna förderte das Projekt finanziell.

„Gerade die Tatsache, dass es sich nicht um ein Architekturbuch für Fachpublikum handelt, fanden wir unterstützenswert,“ erklärte Vorstandsmitglied Björn Schreiter bei der Buchpräsentation, „hier gibt es viele spannende Beiträge über die Menschen und so eine Gelegenheit, ein breiteres Publikum mit der Architektur Gerhard Graubners vertraut zu machen.“

Auch inhaltlich trägt das Buch Spuren des BDA. Vorstandsmitglied Dr. Peter Kroos ist mit zwei Kapiteln vertreten. Das Dortmunder BDA-Büro Lindner/Lohse hat über mehrere Spielzeiten-Pausen die Sanierung des Theaters und den Brandschutz gestemmt.

Das Buch kann im Kulturbüro der Stadt Lünen, bei der Lippe-Buchhandlung und im Rathaus der Stadt Lünen für 29,90 € erworben werden.

Der Lüner Architekt Peter Freudenthal, einer der Autoren des Theaterbuches, leitete den Denkmalspaziergang anlässlich 60 Jahre Hilpert-Theater. Die Gäste wünschten sich mehr von diesen offenen Architektur-Veranstaltungen.

60 Jahre Hilpert-Theater, das war Anlass für den BDA, seinen Denkmalspaziergang diesmal nach Lünen zu legen. Die große Resonanz auf das öffentliche Angebot gab der Gruppe recht.

 

Architekten gucken ganz genau hin: Blick von vorne...
Aber auch die Seite kann sich sehen lassen. Peter Freudenthal erklärte alle gestalterischen Details.
Eine elegante Ansicht von vorne.
setzt sich auch im Innern des Hauses fort.
Original: die Tapeten auf der Damentoilette mit ihren zauberhaften Zeichnungen.
Die Portalrahmen im oberen Foyer sind schmal - wirken dadurch sehr elegant.
Die "Schlosstreppe", ein kraftvolles Element in der gläsernden Westfassade.
Die breite Treppe führt ins obere Foyer.
Immer wieder die Diaboloform: Wandausschnitte und Lampen korrespondieren
mit dem Fußboden im Foyer.